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2024
Unser Nachbar Frankreich
Am 18. Oktober hielt der Frankreichkenner Dieter Maupai für den Freundeskreis Heppenheim-Le Chesnay einen Vortrag mit dem Titel „Unser Nachbar Frankreich“. Herr Maupai hatte bereits im Januar einen gut besuchten Bildervortrag über die Bretagne gehalten.
Dieter Maupai, seit 50 Jahren mit einer Französin verheiratet, ging in ausführlicher Form auf die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich und einige Besonderheiten in der französischen Weltsicht ein. Während die Deutschen ihre Vergangenheit teilweise kritisch sehen, haben die Franzosen ein eher positives Verhältnis zu ihrer Geschichte. Auch die französische Nationalhymne und Flagge erfreuen sich einer hohen Anerkennung und Akzeptanz, ebenso wie Uniformen und das Militär. Frankreich ist ein Zentralstaat, keine föderale Republik wie Deutschland.
„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ sind die Leitlinien der Republik, ebenso wie die Laizität. Es gibt keine Kirchensteuer und keinen Religionsunterricht oder religiöse Symbole in öffentlichen Schulen. Kinder gehen bereits im Alter von drei Jahren in die Vorschule (“Ecole Maternelle“). Im Schulunterricht herrscht mehr Disziplin als in Deutschland. Kunst und Literatur haben eine große Bedeutung. Philosophie und das geschliffene Wort bzw. Wortspiel werden in Frankreich hoch geschätzt.
Dieter Maupai ging auch in humorvoller Form auf die schönen Seiten des Lebens ein, zum Beispiel auf die Liebe der Franzosen zu gutem Essen, wobei regionale Spezialitäten eine große Rolle spielen. Die Liebe an sich ist ebenfalls ein unendliches Thema, wozu unbedingt Flirt und Erotik gehören.
Der Erste Vorsitzende Helmut Bechtel dankte Herrn Maupai mit einem Weinpräsent für seinen aufschlussreichen Vortrag.
Die nächste Veranstaltung findet am Donnerstag, den 14. November, um 19.00 Uhr, ebenfalls in der Alten Sparkasse, statt. Bernd Sterzelmaier, der schon des Öfteren beim Freundeskreis zu Gast war, wird über die politischen Verhältnisse in Frankreich nach den Wahlen berichten.
Franziska Clar-Bergmann
Sanary-sur-Mer, Zufluchtsort für deutsche SchriftstellerInnen während der NS-Zeit
Während der NS-Diktatur flohen viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Deutschland, um der Verfolgung zu entgehen und strandeten oft in Südfrankreich.
Viele von ihnen waren dabei nach Sanary-sur-Mer, einer kleinen Gemeinde östlich von Marseille, gekommen. Bärbel Geisler hat sich bei mehreren Besuchen in der französischen Kommune auf die Suche nach Zeugnissen aus dieser Zeit gemacht und das Schicksal der Autorinnen und Autoren recherchiert, das heute oft vergessen ist und erst in diesen Tagen durch neue Buchpublikationen gerade wieder aktuell wurde.
Ein reich illustrierter Vortrag nahm die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit auf diese Entdeckungsreise und gewährte spannende und bewegende Einblicke in die Geschehnisse von vor über 80 Jahren.
Ein sehr gut besuchter Vortrag über die Bretagne
Im Veranstaltungssaal der Alten Sparkasse in Heppenheim reichten am Freitag, den 19. Januar kaum die Sitzplätze aus. Der Frankreichkenner Dieter Maupai aus Weinheim hielt einen Vortag über die Bretagne. Zunächst begrüßte der Erste Vorsitzende Helmut Bechtel die Gäste und wünschte ein gutes neues Jahr. Dies war der erste soziokulturelle Abend in 2024.
Dieter Maupai ging in seinem ausführlichen und charmanten Vortrag auf die verschiedenen bretonischen Sehenswürdigkeiten und die wechselvolle Geschichte des Landes, das erst im 15. Jahrhundert zu Frankreich kam, ein. Die Bretonen waren ein Volk von Fischern und Seefahrern. Die Armut zwang viele, sich als Dienstboten in andere Landesteile zu begeben, z.B. nach Paris. Eine architektonische Besonderheit sind Dolmen und Menhire und die umfriedeten Kirchhöfe. Sie bestehen aus Kirche, Beinhaus und Kalvarienberg. Ein berühmter Bretone ist Jacques Cartier, der 1534 bei einer Entdeckungsfahrt Kanada erkundete. Bekannte Maler wie Monet und Gauguin ließen sich von den wilden Landschaften inspirieren. Dieter Maupai zeigte auch Bilder von Flora und Fauna und ging nicht zuletzt auf kulinarische Spezialitäten aus der Bretagne ein. Dieser exzellente Vortrag machte Lust auf mehr.
Helmut Bechtel dankte dem Referenten mit einem Weinpräsent und wies auf die Mitgliederversammlung am 1. März um 19.00 Uhr im Marstall hin.